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Das Fell muss, wenn es nicht sofort weiterverarbeitet
wird, haltbar gemacht werden. Man kann es trocknen, salzen
(Fleischseite) oder einfrieren. Wir haben es gesalzen. Etwa 2kg Salz
für ein Zwergziegenfell. Wir entschlossen uns beim ersten Versuch eine
Hirngerbung durchzuführen. Dies ist eine umweltschonende, von den
Indianern überlieferte Gerbungsart, die aber recht zeitaufwändig und
rel. anstrengend ist. Zuerst haben wir das Fell gewässert (nur nötig,
wenn es vorher konserviert wurde), bis es wieder geschmeidig und dehnbar
war. Wir haben es dann auf einen Tisch gelegt und mit einem
improvisiertem Schaber (z.B. Fleischmesser) die evtl., auf der
Fellinnenseite verbleibenden Sehnen, Fleisch- und Fettreste entfernt.
Man muss vorsichtig vorgehen um die Haut nicht zu beschädigen. Danach
wird das Fell gewaschen und gewässert, indem man es in eine genügend
grosse Wanne legt und etwa 48 Stunden darin belässt. Alle 6 Stunden das
Wasser wechseln. Das erste Mal kann man zur besseren Reinigung etwas
Kernseife in das Wasser geben. Nachher nur noch Wasser ohne Zusätze
verwenden. Das Fell haben wir danach gut abtropfen lassen, bis es ein
wenig mehr wie feucht war. Zum gerben haben wir ein Rindshirn vom
Metzger bekommen. In der Regel sollte aber das Hirn des geschlachteten
Tieres ausreichen. Wir haben es in wenig Wasser gegart, bis es rosa
wurde. Dann abkühlen lassen. Das Fell wird wiederum mit der
"Fleischseite" nach oben auf eine ebene Unterlage gelegt und
faltenlos ausgebreitet. Danach wird das Hirn in die Hautschicht
einmassiert. Wir verwendeten dabei die Hände (Latexhandschuhe
anziehen), man kann es aber auch mit einem runden Stein oder einem
Einmachglas einmassieren. Wenn das Hirn komplett und gleichmässig in
die Haut einmassiert wurde geht's ans Weichmachen oder Stollen. Das noch
feuchte Leder wird so lange gezogen, gedehnt und gewalkt bis es trocken
ist (am besten von der Mitte nach Aussen, sodass es sich nicht
verzieht). Die Indianer machten das über einem Seil. Man kann es auch
auf andere Weise machen. Wichtig ist nur, dass das Leder (Fell) so lange
gewalkt wird bis es ganz trocken ist, denn sonst wird es unweigerlich
hart, wie es uns geschehen ist. Keine Bange! Man kann das Fell wieder
befeuchten bis es wieder geschmeidig und dehnbar ist ... und alles
fängt wieder von vorne an (nur das Weichmachen. Wenn man es wasserfest
machen will, muss man es zusätzlich noch räuchern (Kalträuchern).
Denn jedes Mal wenn es nass wird, wird es sonst wieder hart und spröde
und man muss es wieder weich machen. Unser Fell steht jetzt steif
wie ein Brett in der Ecke, denn wir haben bis jetzt noch nicht die Zeit
gefunden, das Fell zu stollen bis es ganz trocken wurde. Auf jeden Fall
ist es gegerbt und konserviert. |

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